Bauen bleibt teuer

Bauen bleibt teuer

Studie des DIW: Preisanstieg am Bau setzt sich 2019 fort

Die Bauwirtschaft ist nach wie vor eine zentrale Konjunkturstütze. Die Unternehmen der Bauwirtschaft (Wohnungs-, Tief- und Gewerbebau) rechnen für das laufende Jahr mit einer Steigerung des nominalen Bauvolumens von rund siebeneinhalb Prozent. Für 2020 sind es rund sechseinhalb Prozent. Allerdings ist auch weiterhin mit steigenden Baupreisen zu rechnen.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die Anfang Januar veröffentlicht wurde. Gestützt werde die Baukonjunktur besonders vom nach wie vor florierenden Wohnungsbau, aber auch durch Impulse aus der Politik.

Kritik an Förderungsprogrammen

Zu diesen staatlichen Bauförderungsprogrammen äußern die Autoren sich allerdings kritisch: „Anstatt mit der Gießkanne zu fördern, sollte die Politik gezielte Anreize zur Innenentwicklung und Nachverdichtung setzen und mit Investitionszulagen dort den Bau zusätzlichen Wohnraums unterstützen. Wichtig wäre vor allem eine räumlich fokussierte Förderung des sozialen Wohnungsbaus“, so DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Steigende Nachfrage, höhere Preise

Eine hohe Kapazitätsauslastung und steigende Nachfrage sowohl im Wohnungsbau als auch im Bereich der Infrastruktur seien bereits in den vergangenen Jahren Auslöser für Preissteigerungen gewesen. Diese seien wegen der staatlichen Förderung auch für die Zukunft zu erwarten, da Förderungsprogramme in wenigen Jahren auslaufen werden und Bauunternehmen deswegen nicht mit einem Ausbau ihrer Kapazitäten reagieren, sondern ihre Möglichkeiten in der Preisgestaltung ausnutzen.

Zwar sollen in diesem Jahr 247 Mrd. Euro für Neu- und Bestandsbaumaßnahmen im Wohnungsbau ausgegeben werden, was einem Plus von 7,6 Prozent entspricht. Doch werde diese Steigerung voraussichtlich vor allem durch höhere Preise zustande kommen. Insgesamt sollen die Baupreise 2019 um etwa 4,5 Prozent steigen; im kommenden Jahr dann um weitere 3,5 Prozent.

Eine neue Form sozialen Wohnungsbaus?

Um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, sei ein neuer Typus sozialen Wohnungsbaus gefragt, erklärt Studienautor Martin Gornig. Nicht die Masse zähle, sondern der richtige räumliche Zuschnitt. Fördermittel sollten gezielt in jene Gebiete geleitet werden, in denen es jetzt zu Verdrängungsprozessen komme. Für die Definition dieser Gebiete müssten die Kommunen verantwortlich sein.

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