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Warum gedruckte Bücher uns auch weiterhin begeistern werden

Nach Schopenhauer ist das Lesen ein Denken mit einem fremden Kopf. Der Leser oder die Leserin kann das Denken und Fühlen anderer Menschen so intensiv nachempfinden, wie es Film oder Fernsehen nie leisten könnten – jedenfalls bislang nicht. Man wird also wohl auch in Zukunft noch lesen. Doch was bedeutet dies für das gedruckte Buch? Drei Gründe, warum es uns trotz E-Books erhalten bleibt.

Ästhetik

Natürlich sind auch E-Book-Reader schicke Designobjekte. Doch das Gesamtkunstwerk Buch können sie so schnell nicht ersetzen. Einband, Farbcover, Illustrationen – in einem Reader geht davon viel verloren. Ganz zu schweigen vom Duft nach Holz und Druckerschwärze.

Stofflichkeit

Wer schon einmal mit vielen Büchern umgezogen ist, wird hier zunächst vielleicht einen Nachteil erblicken. Gewiss, Bücher sind im Vergleich zu E-Books recht unhandlich. Doch bei näherem Hinsehen kann sich der vermeintliche Nachteil auch als Vorteil erweisen. So führt die Materialität eines Buches zunächst einmal dazu, dass ihm eine ganz andere Wertschätzung entgegengebracht wird. Dementsprechend ist ein physisches Buch auch ein schöneres Geschenk als eine Datei für den Reader, die man ja auch nicht so schön verpacken kann. Und für die Bücherschlepperei wird man mit dem Anblick eines gut gefüllten Bücherregals belohnt. Da kommt eine bloß digitale Bibliothek nicht mit.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch soziale Aspekte: Wer sich im Café mit James Joyce sehen lässt, wirkt auf seine Umgebung sicherlich interessanter als der hundertste Smartphone-User. Und wer etwa für Studium oder Beruf mit Fachliteratur arbeitet, freut sich über die Möglichkeit, wichtige Stellen mit bunten Zetteln markieren zu können. Gerade bei einer Vielzahl markierter Stellen sind Bücher hier oft benutzerfreundlicher als E-Books. Sofern der Reader überhaupt Arbeit am Text gestattet.

Nachhaltigkeit

Bücher benötigen keinen Strom – auch wenn sie uns elektrisieren – und sind unter Umständen jahrhundertelang haltbar. Die Lebensdauer aktueller optischer Speichermedien lässt sich hingegen nur schätzen, teilweise sind es nur wenige Jahrzehnte. Neuere Speichermedien versprechen hier zwar Abhilfe; allerdings bleibt dann immer noch das Problem veralteter Speichermedien oder Dateiformate. Bücher hingegen sind eine Anschaffung fürs Leben.

Fazit

Der US-amerikanische Science Fiction-Autor Isaac Asimov beschrieb bereits 1973 das ultimative Medium: Tragbar, ohne Energieverbrauch und zudem so weitgehend dem menschlichen Willen unterworfen, dass man seinen Inhalt in beliebiger Reihenfolge konsumieren kann. Dieses Wunderwerk der Technik benutzen wir bereits seit Jahrtausenden. Deshalb können wir aus gutem Grund davon ausgehen, dass man auch in Zukunft Bücher lesen wird.

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