Den Arbeitsalltag erfüllter gestalten

Den Arbeitsalltag erfüllter gestalten

Wie Positive Psychologie Ihr Unternehmen stärken kann

Laut einer Gallup-Umfrage vor einigen Jahren hat jeder vierte Arbeitnehmer innerlich gekündigt – viele Unternehmen kämpfen heute mit mangelnder Motivation ihrer Mitarbeiter. Dass es auch anders geht, zeigt das Konzept des „Positive Leadership“: Wer nach diesem Führungsmodell agiert, konzentriert sich nicht auf die Defizite des Mitarbeiters, sondern auf seine Stärken. Der Ansatz orientiert sich an den Grundaxiomen der Positiven Psychologie, die sich dank Martin Seligman zunehmender Beliebtheit erfreut. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie die Ergebnisse der Positiven Psychologie nutzen können, um Ihre eigene Zufriedenheit und die Ihrer Mitarbeiter erhöhen.

Das PERMA-Prinzip

Beim Stichwort Psychologie denken die meisten Menschen zunächst an die herkömmliche Psychologie, die auch als negative Psychologie bezeichnet wird. Im Fokus steht etwa eine psychische Erkrankung und die negative Psychologie befasst sich mit der Frage, wie den betroffenen Personen geholfen werden kann. Demgegenüber entwickelte sich Mitte des 20. Jahrhunderts eine Bewegung, die sich damit beschäftigt, Menschen zu einem Zustand des Glücks und des Wohlbefindens zu verhelfen. Prof. Seligman nennt fünf Säulen (PERMA) auf denen ein erfülltes Leben basiert: Das Akronym steht für die englischen Begriffe Positive Emotions (Positive Emotionen), Engagement, Relationships (positive Beziehungen), Meaning (Sinn, Höherer Zweck) und Achievement/Accomplishment (Leistung, Zielerreichung). Da Sie in einer durchschnittlichen Arbeitswoche die meiste Zeit an Ihrem Arbeitsplatz verbringen, können Sie gerade dort eine Menge für Ihr persönliches Wohlbefinden tun. Deshalb haben wir im Folgenden einige Anwendungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag zusammengestellt.

Positive Emotions

Wenn Sie an positive Emotionen denken, kommen Ihnen wahrscheinlich blitzschnell Gefühle wie Freude, Glückseligkeit, Stolz etc. in den Sinn. Die Frage ist nun, wie sich positive Emotionen im manchmal stressigen Arbeitsalltag erleben lassen. Ein gutes Beispiel ist die Dankbarkeit: Anstatt sich etwa über einen Kollegen zu ärgern, beantworten Sie sich die Frage: „Wofür bin ich in meinem Beruf dankbar?“ Nehmen Sie sich Zettel und Stift zur Hand und fangen Sie an zu notieren. Zunächst spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob Sie für die tägliche Tasse Kaffee oder das nette Lächeln Ihres Lieblingskollegen dankbar sind. Spätestens jetzt werden Sie sich über das bewusst, was Ihnen etwas bedeutet.  Wann immer Sie nun am Arbeitstag ein positives Erlebnis hatten, halten Sie es schriftlich fest und versetzen sich gedanklich noch einmal zurück in diese Situation. Um Ihr Glück zu steigern nehmen Sie sich zum Beispiel vor, pro Tag mindestens fünf gute Erlebnisse zu haben. Wann immer Sie ein positives Erlebnis hatten, werfen Sie eine Büroklammer in durchsichtiges Behältnis und haben so täglich Ihre positiven Erlebnisse im Blick. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, ersetzt die Büroklammern durch kurze Notizen zum Highlight des Tages und bewahrt sie in jenem Behälter auf. So kann man an schlechten Tagen die alten Erlebnisse zurückholen oder am Ende des Geschäftsjahres die guten Dinge Revue passieren lassen.

Engagement

Wenn in der Psychologie von Flow-Erlebnissen die Rede ist, ist damit ein mentaler Zustand völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit gemeint, eine Art Schaffensrausch. Stellen Sie sich die Frage, welche Ihrer Arbeitsaufgaben zu einer Flow-Erfahrung führen kann. Was macht bei Ihnen den Reiz an solchen Aufgaben aus? Greifen Sie auf diese Reize zurück und überlegen Sie, wie Sie ihre Tätigkeiten um jene Reize erweitern können. Selbst im Akquisetelefonat können Sie für Abwechslung sorgen: Brechen Sie die Routine auf, nehmen Sie sich neue Ziele vor. Versuchen Sie sich selbst zu übertreffen (durch Freundlichkeit, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit) oder verändern Sie Ihre Erstansprache – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Relationships

Soziale Bindungen decken nicht bloß das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, sondern sorgen auch für Glücksgefühle. Um diese Vorteile zu genießen kann es schon ausreichen, alle zwei Tage ein Gespräch mit einem bisher nur flüchtig bekannten Kollegen zu beginnen. Wählen Sie für den Start ein seichtes Thema wie zum Beispiel Hobbys. Wenden Sie die Techniken des Beziehungsaufbaus an: Was in der telefonischen Kommunikation funktioniert, lässt sich auch auf das persönliche Gespräch übertragen. Nach kurzer Zeit werden Sie mehr Leute im Unternehmen kennen, Ihr berufliches Netzwerk vergrößern und Ihr Unternehmen ganz nebenher auch neu schätzen lernen.

Meaning

Visualisieren Sie Ihre Ergebnisse! Ob Sie das in einer aufwändigen Excel-Tabelle oder am Flipchart machen, spielt keine Rolle. Nehmen wir an, Ihr Ziel ist es, täglich neue Kunden zu gewinnen. Da kann schnell das Gefühl von Wirkungslosigkeit aufkommen, sofern Sie einige Tage am Stück keine Aufträge eingeholt haben. Dabei vergessen Sie, dass Sie in dieser Zeit wahrscheinlich schon die nächsten Abschlüsse vorbereitet haben. Bevor Sie die Ernte einfahren können haben Sie schließlich bereits hart gearbeitet!

Wenn es möglich ist, planen Sie Ihre Erfolge. Streuen Sie Abschlüsse anstatt diese gebündelt zu erzielen. Falls Sie Aufgaben ausführen, deren Abschluss nicht Sie selbst, sondern andere Personen in der Hand haben, führen Sie sich immer wieder vor Augen, welchen Beitrag Ihre Arbeit an dem Gesamtwerk des Unternehmens hat und wie andere Menschen davon profitieren. Das macht glücklich und stiftet Sinn.

Achievement

Sorgen Sie für persönliche Leistungsziele: Gerade der Jahreswechsel ist ein Moment, um nach vorne zu blicken und das neue Jahr zu planen – oder zumindest das anstehende Quartal. Blicken Sie zurück: Was waren Ihre Aufgaben und Erfolge? Wie lassen sich diese wiederholen oder sogar übertreffen? Beschäftigen Sie sich reflektiert, strategisch und organisiert mit Ihren Zielen. Nutzen Sie dafür Hilfsmittel wie die SMART-Formel. Auch ein Coach kann Sie begleitend unterstützen. So oder so wird es für Sie erfüllend sein, wenn Sie herausfordernde Ziele erfüllen. Und schließlich: Feiern Sie erreichte Ziele angemessen!

Fazit
Die positive Psychologie kann im Arbeitsalltag eine große Hilfe sein – diese Aussage ist keine Sozialromantik, sondern wissenschaftlich fundiert. Es liegt an Ihnen, diese Erkenntnisse zu nutzen.

 

 

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