Bundesvereinigung Bauwirtschaft identifiziert drei „Baustellen“

Bundesvereinigung Bauwirtschaft identifiziert drei „Baustellen“

Mehr Investitionen, bessere Rahmenbedingungen – so lassen sich die Forderungen zusammenfassen, die der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft Karl-Heinz Schneider am 7. Dezember auf dem 5. Bauwirtschaftstag in Berlin formulierte.

In seiner Rede sah Schneider drei große Baustellen, an denen die Politik im Interesse von Arbeitsplätzen und Wohlstand arbeiten müsse. An erster Stelle sei dies der Wohnungsbau. Um hier Impulse zu setzen, forderte er eine Erhöhung der AfA, der Absetzung für Abnutzung, mit der sich Aufwendungen für Immobilien von der Steuer absetzen lassen. Darüber hinaus sprach er sich gegen eine Änderung der Energieeinsparverordnung aus: „Mit der derzeit gültigen EnEV haben wir einen Niedrigstenergiestandard erreicht, mit dem Deutschland im europäischen Kontext weit vorne ist. Eine weitere Verschärfung der EnEV hin zu einem Passiv- oder gar Plusenergiehaus würde einen Kostenanstieg bedeuten, der diesen letzten Schritt zumindest jetzt nicht rechtfertigt.“ Stattdessen solle die Politik Hauseigentümer bei der energetischen Sanierung unterstützen.

Die öffentliche Infrastruktur sei die zweite wichtige Baustelle: „Der Staat ist über Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren! Allein die kommunale öffentliche Infrastruktur schiebt ein Investitionsvolumen von rund 130 Mrd. Euro vor sich her. Hier rächt sich, dass in den vergangenen Jahrzehnten erheblich Personal in Bauämtern und Straßenverwaltungen abgebaut wurde.“ Und Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) seien oft zu teuer, wie die drohende Pleite der A1 mobil GmbH zeige.

Dritte Baustelle der Politik schließlich seien die Rahmenbedingungen für Unternehmen aus der Bauwirtschaft. Insbesondere drohe durch steigende Sozialbeiträge eine unzumutbare Kostenbelastung des Faktors Arbeit. Eine neue Bundesregierung solle deswegen alles Notwendige dafür tun, die Sozialbeiträge dauerhaft auf 40 Prozent zu begrenzen. Außerdem sei ein Umdenken in der Bildungspolitik nötig: „Wir müssen vor allem wegkommen von der Akademisierung, die unser Land in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat. Denn es ist ein Irrglauben, dass ein schlechter Akademiker besser sei als ein guter Handwerker.“ Daher benötige man auch eine bessere, individuelle Förderung für Langzeitarbeitslose. Auch die Handwerksordnung müsse gegebenenfalls korrigiert werden.

Für die Zukunft sah Schneider einige Herausforderungen: Man müsse gemeinsam die demographische Entwicklung meistern, die Chancen der Digitalisierung nutzen und einen Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels leisten. Insgesamt war sein Fazit aber positiv: „Die Bauwirtschaft bietet eine hervorragende Perspektive, und das noch über einen langen Zeitraum hinweg.“

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