Ein Plan für alle Fälle?

Ein Plan für alle Fälle?

Wie Sie Risiken einschätzen und Ihr Unternehmen darauf vorbereiten können

Jede Entscheidung in Ihrem Unternehmen ist mit Risiken verbunden: Lohnt sich diese oder jene Investition? Sind Sie im richtigen Marktsegment aktiv? Sollten Sie Ihr Geschäft vielleicht ganz neu ausrichten? Solche Entscheidungen sollten Sie nicht treffen, ohne die damit verbundenen Risiken abgeschätzt zu haben – und darauf vorbereitet zu sein, dass nicht immer alles wie geplant funktioniert. Wir haben einige Hinweise zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen.

Mitarbeiter einbinden

Grundsätzlich sollten Risiken nicht unter den Tisch gekehrt, sondern offen mit den Mitarbeitern diskutiert werden. Psychologen haben einen Zusammenhang zwischen Machtempfinden und Risikobereitschaft festgestellt. Das heißt für Sie, dass Sie bei besonders riskanten Entscheidungen durchaus gezielt den Widerspruch Ihrer Mitarbeiter einfordern sollten. So schützen Sie sich nicht nur vor leichtfertigen Entscheidungen, sondern demonstrieren auch noch besondere Souveränität und Führungskompetenz.

Risiken analysieren

Im nächsten Schritt geht es um die Einordnung und Kategorisierung von Risiken. So gibt es kurz- und langfristige Risiken, finanzielle, technische oder personelle Risiken und natürlich verschiedene Risikoabstufungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten. All diese Daten sollten Sie in einer Risikotabelle sammeln. Um Missverständnisse zu vermeiden, verwenden Sie dabei nach Möglichkeit keine Prozentwerte, sondern absolute Zahlen – oder führen Sie die Prozentwerte transparent auf absolute Zahlen zurück. Um sich gegen Risiken abzusichern, multiplizieren Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit mit der geschätzten Schadenssumme und legen ein entsprechendes Budget zurück.

Präventivmaßnahmen ergreifen

Bei vielen Risiken gibt es neben der Absicherung auch noch Möglichkeiten, entweder bei der schädlichen Konsequenz oder bei der Eintrittswahrscheinlichkeit anzusetzen. Oft genug lässt sich mindestens einer der beiden Faktoren reduzieren oder sogar ganz ausschalten. Natürlich müssen die dafür entstehenden Kosten (etwa für Sicherheitsmaßnahmen oder Versicherungen) in die Gesamtrechnung eingehen. Und für den Fall der Fälle sollten Sie einen Krisenplan haben. Dabei geht es nicht nur um Kosten, sondern auch um Sofortmaßnahmen und Zuständigkeiten, damit im Notfall jeder Mitarbeiter weiß, was zu tun ist.

Kontrollen durchführen

Im besten Fall können Sie nach Abwägung aller Risiken mit der geplanten Maßnahme starten. Das bedeutet freilich nicht, dass das Thema damit vom Tisch wäre; Märkte und Rahmenbedingungen verändern sich schließlich laufend. Sie sollten also kontinuierlich Auswertungen durchführen lassen und die Ergebnisse im Auge behalten.

Mut fassen, Entscheidungen treffen

Oft schrecken Führungskräfte davor zurück, Fehlentscheidungen zu korrigieren, weil sie nicht schwach erscheinen wollen. Das kann fatal sein: Manchmal ist es besser, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, bevor ernsthafter Schaden entsteht. Umgekehrt gibt es auch Entscheider, die zu lange zögern. Doch Mut lässt sich trainieren! Erstellen Sie eine Liste mit Ihren ganz persönlichen Mutproben, und stellen Sie sich Schritt für Schritt Ihren Ängsten – sei es Höhenangst oder ein Vortrag vor Publikum. So entwickeln Sie Ihre Persönlichkeit und die Durchsetzungskraft, gegebenenfalls auch unpopuläre Entscheidungen durchzusetzen.

Fazit

Risiken gehören dazu – es kommt darauf an, was man daraus macht. Wer reflektiert und besonnen an das Thema Risikomanagement herangeht und dabei Offenheit für die Beiträge seiner Mitarbeiter zeigt, wird weder unnötige Risiken eingehen noch in lähmender Unentschiedenheit verharren.

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