Besser scheitern

Besser scheitern

Wie Sie die Fehlerkultur in Ihrem Unternehmen verbessern können

Scheitern ist nie schön. Niemand gibt gerne zu, dass er einen Fehler gemacht hat. Andererseits ist Ihrem Unternehmen aber auch nicht geholfen, wenn im Fall der Fälle jeder Mitarbeiter mit dem Finger auf seinen Nebenmann zeigt. Wo Fehler nicht ehrlich eingestanden und analysiert werden, kann sich auch nichts verbessern. Fehlerkultur ist deshalb eine ständige Führungsaufgabe. Dazu einige Hinweise.

Standards einführen

Damit Ihre Mitarbeiter Fehler vermeiden können, müssen sie zunächst einmal wissen, was eigentlich als „Fehler“ gilt. Deswegen sollten Sie realistische und nachvollziehbare Standards einführen. Dazu gehört auch eine gewisse Flexibilität: Totaler Perfektionismus wirkt eher lähmend. Keine noch so ausgefeilte Regel kann Fehler verhindern. Machen Sie Ihren Mitarbeitern deutlich, dass Fehler dazugehören, und nehmen Sie Ihnen die Angst vorm Scheitern. Oft genug machen wir Fehler genau dann, wenn wir auf keinen Fall etwas falsch machen wollen.

Unternehmenskultur entwickeln

Eine gute Fehlerkultur setzt charakterliche Reife voraus. Positive Charaktereigenschaften können Sie als Vorgesetzter vorleben: Gehen Sie offen und ehrlich mit eigenen Fehlern um, fordern Sie das Feedback Ihrer Mitarbeiter ein und begegnen Sie fehlgegangenen Kollegen mit Empathie und Humor. Trennen Sie bei Kritik zwischen der Person und ihrem Tun. Suchen Sie nicht nach Schuldigen, sondern nach Lösungen. Konzentrieren Sie sich auf die Schadensbegrenzung.

Zu einem wertschätzenden Umgang im Unternehmen gehört es auch, Entschuldigungen sowohl aussprechen als auch annehmen zu können. So fühlen sich ihre Mitarbeiter als Teil eines Teams und werden zu selbständigem Handeln im Sinne des Unternehmens ermuntert. Damit dürfte sich die Fehlerquote deutlich reduzieren – und wo dennoch Fehler gemacht werden, wird nichts vertuscht, sondern dazugelernt.

Risiken eingehen

Um Ihre Mitarbeiter an eine offene Fehlerkultur zu gewöhnen, sollten Sie durchaus Experimente wagen. Das kann bei ganz alltäglichen Arbeitsprozessen anfangen: Suchen Sie gezielt nach Verbesserungspotenzialen, entwickeln Sie neue Standards und setzen Sie organisatorische Änderungen probeweise um. Schaffen Sie – eventuell anonyme – Feedbackmöglichkeiten für alle Beteiligten. Fordern Sie zur Selbstreflexion auf und gehen Sie dabei mit gutem Beispiel voran. Erstellen Sie nach jeder Maßnahme eine Liste mit Fehlern, die Sie in Zukunft vermeiden möchten. Gewiss ist keine Veränderung ohne Risiko – aber jedes Risiko ist auch eine Gelegenheit, Fehler zu machen. Und daraus zu lernen.

Fazit

Ein offener Umgang mit den eigenen Fehlern erfordert Mut und Bereitschaft zu Veränderungen. Doch wenn Sie Ihre Komfortzone erst einmal verlassen haben, werden Sie in Ihrem Unternehmen ungeahnte Potenziale freisetzen. Dann sind nicht mehr Fehler ein Tabu, sondern ihre Vertuschung.

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