Learning by doing

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Wie Sie informelle Lernprozesse unterstützen können – und warum sie so wichtig sind

Zeitgemäße Unternehmensführung bedeutet in Zeiten von Industrie 4.0 auch, in die Personalentwicklung zu investieren und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Entfaltung ihrer Fähigkeiten bestmöglich zur Seite zu stehen. Ein Großteil der Lernprozesse in einem Unternehmen wird allerdings nicht von oben angestoßen, sondern ergibt sich gewissermaßen nebenbei durch die anstehenden Aufgaben und die dabei bewältigten Herausforderungen – man spricht von informellem Lernen am Arbeitsplatz. Wir erklären, was informelles Lernen ist und wie Sie es in Ihrem Unternehmen fördern können.

Die Bedeutung des informellen Lernens

Das Leben ist der beste Lehrmeister: Durch ihre Arbeitspraxis und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen lernen Belegschaften häufig mehr als durch klassische Schulungen. Experten gehen davon aus, dass dieses informelle Lernen für bis zu 70 Prozent der beruflichen Kompetenzerweiterungen verantwortlich ist.  Gleichzeitig ist der Aufwand für solche Lernprozesse im Vergleich zu formalen Weiterbildungen deutlich geringer, da kein eigenes Schulungspersonal benötigt wird und das Lernen während der Arbeit erfolgt. Und dieser verringerte Aufwand lohnt sich besonders: Nach Angaben des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) sind Weiterbildungsmaßnahmen ganz grundsätzlich ein wichtiger Faktor für Innovationskraft und Wirtschaftswachstum. Dies gilt umso mehr für das informelle Lernen, bei dem es in besonderem Ausmaß auf die Initiative der Belegschaft ankommt.

Freiräume bieten

Informelle Lernprozesse finden in jedem Unternehmen statt; ganz spontan und ohne weiteren Impuls von oben. Es macht aber unter Umständen einen großen Unterschied, wie die Geschäftsleitung diese Prozesse wahrnimmt und ob sie ihre Entwicklung hemmt oder fördert. Arbeit im Team, herausfordernde Aufgaben und häufige Kundenkontakte zählen zu den wichtigsten Auslösern informeller Lernprozesse. Deshalb sollten Führungskräfte ihren Belegschaften die entsprechenden Freiräume bieten: Wer etwa auf ungewöhnliche Kundenanfragen selbständig reagieren kann, wird schneller innovative Lösungen entwickeln und so das Gesamtunternehmen nach vorne bringen. Dass dabei auch Fehler passieren können, gehört zum Lernprozess.

Fazit

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hat das informelle Lernen in Deutschland inzwischen mehr Bedeutung für den Arbeitsalltag als formale Abschlüsse oder Weiterbildungen. Doch die fehlende Zertifizierung ist vielerorts noch ein Problem: Arbeitszeugnisse bilden meist nur unvollständig ab, was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich durch ihre Tätigkeiten an Kompetenzen angeeignet haben. Auch in den Personalabteilungen muss also noch dazugelernt werden.

 

 

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