Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – wie ein wertschätzendes Miteinander zum Unternehmenserfolg beiträgt

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – wie ein wertschätzendes Miteinander zum Unternehmenserfolg beiträgt

Die Krankenkassen verzeichnen seit 15 Jahren eine kontinuierliche Zunahme stressbedingter Krankschreibungen. Woran liegt es, dass offenbar immer mehr Menschen Probleme haben, ihren Alltag zu bewältigen? Auf diese Frage gibt es sicher nicht nur eine Antwort.

Fest steht, ein angenehmes Arbeitsklima sowie eine gute Unternehmenskultur haben einen signifikanten Einfluss auf die psychische Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen. Das belegt auch der Fehlzeiten-Report 2016 des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mit dem Schwerpunkt Unternehmenskultur und Gesundheit. Wie stark eine als negativ empfundene Unternehmenskultur mit psychischen Beeinträchtigungen zusammenhängt, verdeutlichen folgende Zahlen: 65 Prozent der Befragten, die eine schlechte Unternehmenskultur verspüren, berichten über mindestens ein psychisches Belastungssymptom, wie beispielweise Erschöpfung oder Schlafstörungen. Bei der Vergleichsgruppe, die ihre Unternehmenskultur positiv erlebt, waren es hingegen nur 36 Prozent.

Zur Unternehmenskultur gehören verschiedene Faktoren, wie beispielsweise Führungsstil, Mitarbeiterorientierung, Problemlösungsverhalten, Arbeitsklima etc. Von besonderer Bedeutung für das Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist eine vertrauensbasierte und wertschätzende Zusammenarbeit.

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) identifizierte im Rahmen einer Studie insgesamt neun Belastungsfaktoren, die nach aktuellem Stand der Forschung als gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Demnach sind neben Überstunden und mangelnder sozialer Unterstützung u.a. eine hohe Arbeitsintensität sowie geringe Handlungsspielräume besonders problematisch.

Die Kultur einer Organisation zählt zu den „weichen Faktoren“, weil sie nicht mit „harten“ Zahlen ausgedrückt werden kann. Anders als andere Erfolgs- oder Bilanzkennzahlen eines Unternehmens ist die Kultur nur bedingt messbar. Sie zeigt sich vielmehr in der alltäglichen Arbeitsweise und Kommunikation aller Beschäftigten in einem Unternehmen. Beachtung schenken, Fragen und Probleme ernst nehmen, belohnen oder kritisieren, transparente Entscheidungsfindung, Teilhabe und die aktive Gestaltung des Arbeitsalltages, z.B. in Form eines betrieblichen Vorschlagwesens und Innovationsmanagements: All diese Handlungen nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahr und bilden darüber hinaus ihren Orientierungsrahmen. Führungskräfte sind dabei die Multiplikatoren, die bestimmte Werte und Normen vorleben. Durch die bewusste Pflege von Ritualen, Verhaltensweisen, der Kommunikation oder auch durch die Ausstattung des Arbeitsplatzes kann Einiges getan werden, um die Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen.

Zum Weiterlesen:

Iga Fakten Ausgabe 10: „Psyche und Gesundheit im Erwerbsleben“:  https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igafakten/igafakten-10/

Fehlzeiten-Report 2016. Schwerpunkt: Unternehmenskultur und Gesundheit – Herausforderungen und Chancen. (Hrsg.: Badura/Ducki/Schröder/Klose/Meyer) Berlin 2016; 512 Seiten; broschiert, 54,99 €; ISBN: 978-3-662-49412-7.

 

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