Effektiv wie Amazon

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Die Unternehmensberatung Roland Berger hat die Auswirkungen und Aussichten von Building Information Modeling (BIM) für die Baubranche untersucht. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.

Das Thema Digitalisierung beschäftigt Politik und Öffentlichkeit bereits seit Jahren. Auch die Baubranche ist im Umbruch. Eine der wichtigsten Entwicklungen in diesem Bereich ist das Verfahren der digitalen Bauwerksdatenmodellierung – Building Information Modeling, abgekürzt BIM. Mit den Auswirkungen des neuen Verfahrens beschäftigt sich eine aktuelle Studie der Münchener Unternehmensberatung Roland Berger, für die 20 Experten aus der europäischen Bauindustrie befragt wurden.

Beim BIM-Verfahren werden alle für ein Bauwerk relevanten Daten auf einer vernetzten Plattform digital erfasst und in einem Modell zusammengefügt. So können alle Beteiligten das fertige Bauprojekt schon in der Planungsphase virtuell begehen und schnell modifizieren. Bauunternehmen können sich anhand der eingestellten Informationen schon früh für Materialien und ausführende Firmen entscheiden. So lassen sich Bauprojekte deutlich schneller und effizienter planen, umsetzen und verwalten, wie Roland Berger betont. Im Gegensatz zur klassischen Bauplanung verbindet BIM alle Beteiligten auf einer Plattform und erspart so viele Koordinationsschritte.

Beim BIM geht es nicht nur um den Einsatz von digitalen Werkzeugen, sondern um eine digitale Unternehmenstransformation.

Allerdings fordert das Verfahren den Beteiligten auch eine gewisse Anpassung ab: Die Verhältnisse unter den Marktteilnehmern werden sich drastisch ändern, wenn z. B. Architekten und Planer direkt über Dienstleister und Fabrikate entscheiden können. Wer in dieser Situation als Anbieter nicht die richtigen Produktdaten im gewünschten Format zur Verfügung stellen kann, wird für ein Projekt womöglich gar nicht mehr in Betracht gezogen. Die Autoren der Studie ziehen einen Vergleich zu den Auswirkungen des Online-Versandhändlers Amazon auf den Einzelhandel. Bisherige Geschäftsmodelle können sich schnell als überholt erweisen; es gilt, darauf vorbereitet zu sein.

Trotz verbleibender Hürden wie fehlenden Standards und noch unzureichend geschulten Mitarbeitern wird BIM also ein Thema sein, an dem die Baubranche nicht vorbeikommt. Geschäftsleitungen wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sich auf neue digitale Prozesse und Technologien vorbereiten müssen.

Die Studie „Turning point for the construction industry – The disruptive impact of Building Information Modeling (BIM)“ ist bei Roland Berger zum kostenlosen Download erhältlich.

www.rolandberger.com

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